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Unter diesem Stichwort möchten wir ab jetzt gerne auf aktuelle Veröffentlichungen hinweisen, über die wir gestolpert sind, die in unserer Praxis Relevanz haben, und die uns interessant erscheinen.🤓

🖥️ Im Web entdeckt....

Trainingsapp von Sportmedizinern

 

Die "MySportsApp" wurde von Sportmedizinern und -wissenschaftlern sowie IT-Experten der TU München entwickelt und richtet sich an gesundheitsberußte Menschen, Freizeitathleten, mehr oder weniger ehrgeizige Breitensportler, aber auch Reha-Patienten.  Angeboten werden individualisierte Workouts, die in Eigenregie durchgeführt werden, und welche über einen Videochat mit einem professionellem Betreuer auf die Lebenssituation und die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt werden können. Diese App ist 30 Tage kostenlos und wird dann - je nach Abo - ab 7,99 Euro angeboten. 

Reinschnuppern lohnt sich!


rPMS

Juchuh, unser rPMS-Gerät konnte aus der Physikalischen Therapie im Souterrain nun in das „Hauptgeschäft“ im Erdgeschoss umziehen.

 

Sie kennen das rPMS-Gerät nicht?? 

Eigentlich gut so, denn dann haben Sie es bisher nicht gebraucht. 

 

Die rPMS ist eine nicht-invasive Nerven-Stimulationsmethode, bei welcher die Steuerungsnerven der Muskulatur durch Magnetimpulse stimuliert und aktiviert werden, um Schmerzen zu beseitigen. Die Impulse gehen von einem hochmodernen Gerät aus, welches ohne Körperkontakt zum Einsatz kommt. Die Namensähnlichkeit sollte nicht dazu verleiten, sie mit Magnetfeldtherapie zu verwechseln, für die kein Wirksamkeitsnachweis existiert. Im Gegensatz zu letzterer handelt es sich bei der rPMS um ein wissenschaftlich untersuchtes Verfahren zur induktiven Nervenreizung: induktiv, weil sie auf der praktischen Umsetzung des physikalischen Prinzips der elektromagnetischen Induktion beruht, das im sog. Faradayschen Gesetz beschrieben ist. Die Abläufe sind hinreichend aufgeklärt: die gezielt auf das Schmerzareal einwirkenden Magnetstimuli oder –impulse erreichen die im Muskel mündenden Endaufzweigungen der Nerven (die sog. motorische Endplatte). Das führt zur Erregung (Depolarisation). Es ist also der Nerv und nicht der Muskel, der zum Ingangsetzen der folgenden Kaskade führt. Der Nervenimpuls wird an das Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet wie ein körpereigenes Aktionspotential: Die verarbeitete Information wird zurück zum Punkt der Stimulation geleitet – jetzt kommt es zu einer Kontraktion des Muskels. Der Patient spürt lediglich, wie sich sein Muskel mit jedem Impuls des Gerätes rhythmisch zusammenzieht und wieder entspannt.

Die Behandlungsmethode kann am gesamten Bewegungsapparat eingesetzt werden, zum Beispiel bei Rückenschmerzen, aber auch bei Beschwerden am Knie oder Sprunggelenk.

Eines der häufigsten Leiden am Bewegungsapparat sind nach wie vor Rückenschmerzen. Ein Großteil der vielfältigen Rückenschmerzen ist nicht durch eine akute Verletzung, sondern durch eine langanhaltende Fehlbelastung bedingt.

Dabei verhärtet sich meist ein Teil der Rückenmuskulatur, während ein anderer Teil zu schwach ausgebildet wird – kurz: das Gleixhgewicht der Muskulatur ist gestört und führt zu Schmerzen, obwohl kein wesentlicher struktureller Schaden am Stützapparat oder an den Bandscheiben vorliegt. Ein solcher Rückenschmerz wird auch als unspezifischer Rückenschmerz bezeichnet.

Häufige Ursachen solcher Rückenschmerzen sind langes Sitzen, schlechte Büromöbel, einseitige Tätigkeiten, schweres Heben und Bewegungsmangel, oftmals aber auch psychische Überlastungen.

Therapie

Ihren Ursprung hat die Therapieform in der Neurologie, wo sie als TMS (Transkranielle Magnetstimulation) zur Stimulation bestimmter Hirnareale eingesetzt wird. Die Stimulation peripherer Nerven durch die rPMS (repetitive periphere Magnetstimulation) ermöglicht nun auch den Einsatz am Bewegungsapparat und damit in der Orthopädie.

Zur Wiederherstellung der neurologischen Steuerungsfähigkeit der Muskulatur und des richtigen Spannungsmusters.Die induktive Stimulation der rPMS-Therapie erfolgt ohne Hautkontakt und ohne jegliche Nebenwirkungen. Die Wirkung ist langanhaltend und bei ergänzender Trainingstherapie kann die Schmerzursache dauerhaft beseitigt werden.

Häufig lassen sich dadurch Medikamente einsparen oder ersetzen, Spritzen oder Operationen vermeiden.  

Schmerztherapeutische Effekte werden bereits nach etwa 3 Anwendungen spürbar, langanhaltende Effekte bedürfen in Abhängigkeit von  Schmerzstärke und Chronifizierungsgrad zwischen 6 und 8 Sitzungen (jeweils 20 Minuten).

 

Einsatzgebiete

Die rPMS kann gezielt an verschiedenen Schmerzpunkten eingesetzt werden:

 

Rückenbereich

Nacken- und Schulterbereich

Ellenbogen

Brust- und Lendenwirbelsäule

Knie

Sprunggelenk

 

Durchführung

Die Anwendung ist denkbar einfach: Der flexible Applikator wird über dem entsprechenden Körperareal einbgestellt (kein Entkleiden notwendig) und die Intensität an das Schmerzempfinden des Patienten angepasst. Die Patienten verspüren sofort die Impulse („Kribbeln“); eine Feinjustierung des Zielgebietes und der Intensität ist jederzeit möglich. Die Behandlungsdauer sind 20 Minuten je Einheit (meist zweimal wöchentlich).

Das rPMS-Gerät erzeugt eine Impulsstärke von drei Tesla mit einem Frequenzbereich von fünf bis 50 Hertz und erreicht damit eine hohe Eindringtiefe (bis circa 12 Zentimeter). Damit können auch tieferliegende neuromuskuläre Strukturen angesprochen werden.

Aktuellen Forschungen zufolge erklärt sich die Wirkung der Neurostimulation über die Neutralisation entzündungsfördernder Zellhormone. Diese Zellbotenstoffe werden als Zytokine bezeichnet, zu denen unter anderem Substance P, Bradykinin, TNF-Alpha, die Interleukine 1, 6, 8 und Norepinephrin gehören. Diese Zytokine unterhalten die Entzündung und verstärken den Nervenschmerz. Gleichzeitig stimuliert die Neurostimulation wachstumsfördernde Zytokine. Hierzu gehören zum Beispiel die Wachstumsfaktoren PDGF (Platelat Derivat Growthfactor), TGF-Beta (Transforming Growthfactor) und ILG (Insulin Like Growthfactor). Diese Zellhormone leiten die Regeneration des Gewebes ein und fördern die dauerhafte Ausheilung.

 

Gegenanzeigen:

· Metall im Körper

· Herzschrittmacher

· Shunt (Dialysepatienten)

· Schwangerschaft

 

Einsatzmöglichkeiten:

· Behandlungsziel ist Schmerzlinderung und verbesserte Funktion (z.B. Beweglichkeit)

· akute und chronische Rückenschmerzen

· myofaszialer Schmerz (im Bereich von Rücken und Nacken)

· Schmerzen aufgrund muskulärer Verspannungen

· Sehnenansatzbeschwerden  und -reizungen (Ellenbogen, Achillessehne, Ferse, Schulter, Sitzbein)

· Schleimbeutelentzündungen (z.B. Bursitis trochanterica)

· Spannungskopfschmerz (chronisch und episodisch)

· Engpaßsyndrome, z.B. Karpaltunnelsyndrom, Sulcus-ulnaris-Syndrom, Tarsaltunnelsyndrom, Meralgia parästhetica (OP geht aber vor)

· Funktionelle Schmerzzustände

· Bewegungsstörung des Armes nach Schlaganfall

· Spastik (z.B. des Armes)

 

Vorteile:

· sofort spürbare, intensive Wirkung ( ab Beginn der Behandlung)

· schnelle Verbesserung der Symptomatik (oft nach der 1. Anwendung)

· hohe Eindringtiefe

· Wirkung auf Nerven und Muskeln (dadurch indirekt auf Sehnenübergänge und Gelenke)

· völlig schmerzfreie Therapieform

· lang anhaltende Wirkung

· keine Nebenwirkungen

· keine Pillen, keine Spritzen

· es findet keine direkte Berührung mit der Haut statt

· der Patient muss sich nicht Entkleiden

· keine Wärmeentwicklung

 

Wirksamkeit und Gefahren:

Studien an namhaften Universitätskliniken konnten signifikante langanhaltende Effekte auf Funktion und Schmerzsymptomatik belegen: zum Beispiel führte rPMS-Therapie bei unspezifischen Nackenschmerzen zu Schmerzlinderung bei gleichzeitig verbessertem Bewegungsumfang noch 3 Monate nach Behandlungsende. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat statische Magnetfelder mit Feldstärken von bis zu 2 TESLA als unbedenklich eingestuft und, sofern die Gegenanzeigen beachtet werden, ist die Therapie nebenwirkungsfrei.

 

 

Wissenschaftliche Publikationen und weiterführende Links:

1  Krause, P., Straube, A. Peripheral repetitive magnetic stimulation induces intracortical inhibition in healthy subjects Krause 2008. Neurol. Res.30, 690-694 (2008).

2  Kremenic, I. J., Ben-Avi, S. S., Leonhardt, D. & McHugh, M. P. Transcutaneous magnetic stimulation of the quadriceps via the femoral nerve. Muscle Nerve30, 379-381, doi:10.1002/mus.20091 (2004).

3  Pujol, J., Pascual-Leone, A., Dolz, C., et al. The effect of repetitive magnetic stimulation on localized musculoskeletal pain Pujol 1998.pdf. Neuroreport1745-1748 (1998).

4  Rokyta, R. Neurostimulation in the treatment of chronic pain. Physiol. Res.61 (Suppl 2), 23-31 (2012).

5  Schabrun, S. M., Jones, E., Elgueta Cancino, E. L. & Hodges, P. W. Targeting chronic recurrent low back pain from the top-down and the bottom-up: a combined transcranial direct current stimulation and peripheral electrical stimulation intervention. Brain stimulation7, 451-459, doi:10.1016/j.brs.2014.01.058 (2014).

6  Struppler, A., Angerer, B., Gundisch, C. & Havel, P. Modulatory effect of repetitive peripheral magnetic stimulation on skeletal muscle tone in healthy subjects: stabilization of the elbow joint. Exp. Brain Res.157, 59-66, doi:10.1007/s00221-003-1817-6 (2004).

7  Struppler, A. et al. A fronto-parietal network is mediating improvement of motor function related to repetitive peripheral magnetic stimulation: A PET-H2O15 study. Neuroimage36 Suppl 2, T174-186, doi:10.1016/j.neuroimage.2007.03.033 (2007).

8         McCaig / u.a.: Controlling cell behavior electrically: current views and future potential. Physiological Reviews, 2005; vol. 85 (3):943-78.

Creaney / Hamilton: Growth factor delivery methods in the management of sports injuries: the state of play. British Journal of Sports Medicine, 2008; vol. 42 (5):314-320.

9         Robinson: Electric Fields Review. The journal of Cell Biology, 1985; 2023-2027.

10       Shah / u.a.: Biochemicals associated with pain and inflammation are elevated in sites near to and remote from active myofascial trigger points. Archives of physical medicine and rehabilitation, 2008; vol. 89 (1):16-23.

11       Shah: An in vivo microanalytical technique for measuring the local biochemical milieu of human skeletal muscle. Journal of Applied Physiology, 2005; vol. 99 (5):1977-1984.

12       Zhao / u.a.: Electrical signals control wound healing through phosphatidylinositol-3-OH kinase-γ and PTEN. Nature, 2006; vol. 442 (7101):457-460.

13       Marz-Loose, Helgrit: Einfluss der repetitiven peripheren Magnetstimulation auf die spastische Tonuserhöhung. http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/ FUDISS_derivate_000000004667/Dissertation_Marz-Loose.pdf?hosts

14       Premoselli, Laura: Periphere Magnetstimulation zur Frührehabilitation zentral-bedingter Lähmungen von Arm und Hand in den ersten Wochen nach Schlaganfall.

http://vts.uni-ulm.de/docs/2012/8264/vts_8264_12110.pdf

15       Will, Dorothea: Einfluss der repetitiven peripheren Magnetstimulation (RPMS) auf die Gelenkstabilisierung. 

http://mediatum.ub.tum.de/doc/619242/619242.pdf

 

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